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Über meine Puppenkinder
Wie ich ein Puppenkind anfertige
Die Hasenfinkli

Über mich

 
Heidi Kreis

Schon als Kind spielten meine Schwestern und ich mit "Gummibäbis". Das heisst, meine Schwestern spielten, ich aber als Älteste nähte und strickte lieber Puppenkleider für alle drei!

Nach der Schule erlernte ich den Beruf der Damenschneiderin, anschliessend besuchte ich das Handarbeitslehrerinnenseminar. Nachdem ich  fünf Jahren Schule gegeben hatte, heiratete ich und zog vom Kanton Zürich nach Luzern. Ich unterrichtete hier nicht mehr, denn ich sorgte für meinen Mann und bald für zwei Kinder. Da gab es viel zu Nähen und zu Stricken. Daneben gab ich während vielen Jahren Nähkurse für Erwachsene.

Und dann, vor ca. 40 Jahren, brach der grosse Puppenboom aus! Überall wurden Puppenkurse angeboten, auch in den Schulen machten viele Mädchen Puppen im Handarbeitsunterricht. Aber diese Puppen gefielen mir meist nicht besonders, weil sie so komisch dreinschauten. War es denn nicht möglich, so richtig liebenswerte Puppen zu machen? Ich wollte es selbst versuchen!

Mit meiner Ausbildung und mit meinem Talent im Zeichnen war der Anfang für mich nicht sehr schwierig. Bald schon sassen die ersten Puppen auf unserem Sofa! Das Puppenfieber hatte mich gepackt und liess mich bis heute nicht mehr los! Während Jahren probierte ich vieles aus: grosse und ganz kleine Puppenkinder, Puppen in Trachten, Heidi & Geissenpeter, Schellen-Ursli, den kleinen Prinzen mit seinem Fuchs, Kinder aus dem Orient und viele schöne Harlekine mit weisser Haut, Echthaar und Seidenkostümen. Gut erinnere ich mich an das erste schlafende Bébé, dass ich so sehr ins Herz schloss, dass ich es lange nicht verkaufte.

Seit 30 Jahren verkaufe ich meine Lieblinge in Luzern auf den Handwerksmarkt. Früher während den Boomjahren hatte ich grossen Erfolg an den internationalen Puppenbörsen und eigenen Ausstellungen. Aber die Zeiten änderten sich, Puppenkünstlerinnen werden selten und ich freue mich auch schon über 4 Enkelkinder! Aber ich bleibe meinem Hobby treu. Es ist schön, dass es auch heute noch viele grosse und kleine Leute gibt, die sich von meinen Puppenkindern verzaubern lassen.

Der erste Samstag jeden Monats ist der schönste Tag für mich. Dann stelle ich am Handwerksmarkt in Luzern meine Lieblinge aus und freue mich, dass so viele Leute andächtig oder hingerissen stehen bleiben und – wer weiss – sich in eines der Kleinen verlieben.